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Forum: Chronische Schmerzen

Eröffnungsbeitrag des Themas:

Mit 26 jahren bereits Arthrose? (661 mal gelesen)
von Autor: Svenn
erstellte Beiträge: 2
Status: Med-Beginner Stern
 

Hallo !


Ich habe derzeit ganz schöne Sorgen zu gewältigen . Angeblich leide ich unter Arthrose in der Halswirbelsäule. Ich war erst vor einigen Tagen bei einer Kernspintomographie. Hier wurde die gesamte Halswirbelsäule untersucht.


Befund: Ich leide angeblich unter einer geringen Uncointervertebralarthrose HWK 5/6 und HWK 6/7 im linksseitigen Umfang mit angedeuteter Deformierung der Neuroforamina C6 und C7 links (keine Spinalkanalstenose).


Also mein Hausarzt zweifelt diesen Befund in jedem Fall an, da eine Kernspintomographie vor eine Jahr ein solches Ergebnis nicht hervorgebracht hat. Man sollte wissen, dass ich mich bereits seit 2 1/2 Jahren mit ständigen Nackenschmerzen und Schwindelgefühlen herumplage. Jeder Phsiotherapeut und Orthopäde hat mir versichert, dass das nichts schlimmes sei und das ich lediglich unter muskulären Problemen leide.


Ich selsbt bin diesbezüglich aber skeptischer. Der Auslöser meiner Beschwerden war die Therapie eines Orthopäde, der mir mit einem Nackenkissen zum Selbstaufpumpen die HWS überstreckt hat. Ich vermute er hat mir hier erheblichen Schaden zugefügt, beweisen kann ich das aber leider nicht. Als ich beim schwimmen derartige Nackenschmerzen und Schwindel gespürt habe, wollte ich auf "Nummer sicher" gehen und mir von einem Fachmann bestätigen lassen, dass mit meiner HWS alles ok ist. Dies wurde mir auch durch den Arzt bestätigt, aber leider habe ich bei ihm diese Therapie gemacht und nun habe ich den Salat.


Nochmal zurück zur Ausgangsfrage: Kann das wirklich sein, dass ich in meinen jungen Jahren an diesen fiesen Erkrankung leide?


Haltet ihr das für wahrscheinlich, dass ich bereits mit einem jungen Jahren an Arthrose leide? Ich kann mir das irgendwie nicht vorstellen.


Antworten zu diesem Thema:

Re: Mit 26 jahren bereits Arthrose? (661 mal gelesen)
von Autor: Dr. Wachter
erstellte Beiträge: 2567
Status: Med-Ass SternSternSternSternStern
 

Natürlich können degenerative Veränderungen auftreten. Eine jahrelange Fehlhaltung fördert dies sicherlich.
Es ist aber ernstlich zu fragen, ob der Befund tatsächlich Auslöser Ihrer Beschwerden ist. Bei vielen Patienten spielt die Muskulatur eine viel größere Rolle. Dies kann dann erfreulicherweise auch besser therapiert werden.


Re: Mit 26 jahren bereits Arthrose? (661 mal gelesen)
von Autor: Svenn
erstellte Beiträge: 2
Status: Med-Beginner Stern
 

Hallo Herr Dr. Wachter,


vielen Dank für Ihren Beitrag. Auch wenn Sie sich der tatsache bewusst sind, dass Ferndiagnosen gefährlich sein können, möchte ich Ihnen die Symptome genauer beschreiben, die mcih ständig belasten. Ich spüre ständige in den Bereich der HWS ein "brennen" und "ziehen". Sind das denn typische Beschwerde bei Arthrose oder deutet dies eher auf muskuläre Probleme hin?


Im übrigen werde ich den Kernspint nochmal in einem anderen Krankenhaus wiederholen lassen. Ich möchte einfach eine zweite Meinung hören, denn wie gesagt, der Befund wurde schon von einigen Ärzten äußerst kritisch betrachtet.


MFG und vielen Dank !


Re: Mit 26 jahren bereits Arthrose? (661 mal gelesen)
von Autor: Dr. Wachter
erstellte Beiträge: 2567
Status: Med-Ass SternSternSternSternStern
 

Brennende Schmerzen können tatsächlich auch muskulären Ursprungs sein. Bitte sind Sie sich der Tatsache bewußt, dass eine weitere NMR Untersuchung keinen neuen Erkenntnisgewinn bringt und viele hundert Euro kostet!


Re: Mit 26 jahren bereits Arthrose? (661 mal gelesen)
von Autor: Arth Rosi
erstellte Beiträge: 4
Status: Med-Beginner Stern
 

Hey,


in der Tat ist Ihre Sorge dennoch berechtigt, denn mir wurde mit genau auch 26 Jahren eine Arthrose im LWS diagnostiziert und ich stehe jetzt da mit einem Kind, Studium und Schmerzen, die mich nachst quälen.
Mir wurde gesagt, dass durchaus auch junge Menschen betroffen sien können und ich weiß auch nicht, wie ich so weiter leben kann, denn die Schmerzen machen mich wahnsinnig.


Ich hoffe also bei Ihnen, dass sich eine Besserung eingestellt hat bzw nun der Überltäte gefunden werden konnte.
Viel Glück*


Re: Mit 26 jahren bereits Arthrose? (661 mal gelesen)
von Autor: Dr. Wachter
erstellte Beiträge: 2567
Status: Med-Ass SternSternSternSternStern
 

...und genau das ist das Problem. Nur in einem sehr begrenzten Umfang hat die radiologische Befundung (zB NMR) auch wirklich etwas mit den Schmerzen zu tun.
Es gibt Menschen, die eine völlig veränderte Wirbelsäule haben und keine Schmerzen empfinden. Wir müssen uns von der Vorstellung lösen, dass chronische Schmerzen immer auch eine radiologisch fassbare Ursache haben. Meistens verhindert eine solche Diagnostik eine wirkliche sinnvolle Therapie und führt zu einer immer weiteren Fixierung auf die "veränderte Wirbelsäule". Das ist -so schwer es uns fällt anzunehmen- der Stand der Wissenschaft zu chronischen Rückenschmerzen.


Re: Mit 26 jahren bereits Arthrose? (661 mal gelesen)
von Autor: Nixe42
erstellte Beiträge: 13
Status: Med-Beginner Stern
 

Hallo Svenn,
leider ist es schon möglich, in jungen Jahren an Arthrose zu erkranken. Bei mir fing es mit Anfang 20 an, damals noch begrenzt auf die Knie. Es breitete sich aus in die Sprunggelenke, Schultern, Hände und auch in die kleinen Wirbelgelenke. Der schlimmste Mitauslöser war ein Tritt eines Pferdes im Alter von 13 Jahren und viel Sport. Es hat aber nur dazu geführt, das das rechte Knie schlimmer betroffen war als die anderen Gelenke. Bereits mit 36 habe ich deshalb im re. Knie ein neues Gelenk bekommen.
Das allerwichtigste bei Arthrose ist eine gute Schmerztherapie, damit man sich gut bewegen kann. Je mehr man sich bewegt, desto mehr Muskulatur baut man auf und diese entlasten die schmerzenden Gelenke. Natürlich sind Sportarten zu empfehlen, die die Gelenke nicht zusätzlich stressen, wie z. B. Schwimmen (Achtung: KEIN Brustschwimmen, belastet gerade die HWS sehr), Nordic walking etc.


Lieber Svenn, mehr Untersuchungen bringen nicht mehr, sondern irgendwann muß man es annehmen. Wichtig ist ein guter Arzt als Begleiter, der mit Dir gemeinsam die gesundheitlichen Probleme bewältigt und mit dem Du gemeinsam eine gute Therapie für Dich finden kannst.
Glaub mir, die schlimmste Zeit ist, wenn man sich gegen eine Krankheit wehrt und nicht akzeptiert. Ich habe seit 20 Jahre (bin 42 Jahre alt) Arthrose u. chronische Schmerzen, seit 3 Jahren noch chronische Sarkoidose. Man lernt damit zu leben, denn heutzutage weiß man um die Wichtigkeit der guten Schmerztherapie.


Alles Gute für Dich, laß Dich nicht unterkriegen, es gibt viele gute Wege der Hilfe.
Liebe Grüße vonne Nixe




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